11 besondere dänische Festivitäten und Traditionen

Foto: Morten Svane - Copenhagen Media Center

In Dänemark ist so manches anders als zuhause - unsere Feierlichkeiten und Traditionen etwa! Einige davon mögen vielleicht etwas skurril erscheinen, aber wir feiern sie bereits seit hunderten Jahren so. Hier erfahren Sie alles über unsere ganz besonderen dänischen Traditionen.

1. Sprung ins neue Jahr

Wenn Sie Silvester in Dänemark verbringen, seien Sie nicht beunruhigt, wenn die Dänen um Sie herum sich kurz vor Mitternacht auf Stühle stellen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass wir betrunken sind (obwohl wir es vielleicht sind...), es ist einfach eine alte Tradition in Dänemark um Mitternacht ins neue Jahr zu springen!

Und es ist eine durchaus wichtige Tradition: Es bringt nämlich Unglück, wenn Sie vergessen um Punkt 12 Uhr ins neue Jahr zu hüpfen. (Man kann natürlich auch nicht gerade von Glück sprechen, sollte man bei der Sache vom Stuhl fallen und mit dem Gesicht zuerst ins neue Jahr landen... nicht, dass uns das schon einmal passiert wäre!)

2. Zu Fastelavn die Katze aus dem Fass schlagen

Fasching heißt auf Dänisch "fastelavn". Viele unserer Faschingstraditionen kennen Sie vielleicht aus Deutschland, aber ein paar darunter sind doch seeehr dänisch.

Das Katzenschlagen ("slå katten af tønden") ist als Brauch nämlich genauso grausam, wie es sich anhört - aber keine Sorge, heute wird das so nicht mehr gemacht: In einem Holzfass steckte eine lebendige Katze - am besten schwarz, denn sie symbolisierte das Böse, die dunklen Kräfte. Man schlug auf die Tonne ein, bis sie zerbrach und die Katze aus der Stadt gejagt werden konnte. Heute ist die Katze auf der Tonne nur noch aufgemalt. Im Fass selbst sind stattdessen Süßigkeiten! Abwechselnd dürfen die Kinder auf die Tonne schlagen und derjenige, der das letzte Holzbrett abschlägt, wird zum Katzenkönig oder -Königin gekürt.

Auch eine süße, dänische Tradition zu Fasching: Bereits in den Wochen davor essen wir „fastelavnsboller" (Faschingsbrötchen), das typische Blätterteiggebäck mit verschiedenen Füllungen und bunter Glasur. Karneval mit Umzügen, Festivals und allem Drum und Dran feiern wir in Dänemark dagegen erst zu Pfingsten - besonders in Aalborg und Kopenhagen sind dann die Narren los!

3. Dänische Osterbriefe

In Dänemark bastelt man zu Ostern sehr gerne. Eine echt dänische Tradition sind die sogenannten „gækkebreve". Dies sind Briefe oder besser gesagt Papierseiten, die zusammengefaltet und kunstvoll eingeschnitten werden. Sie sind sehr individuell, vielfältig und haben unterschiedlichste Muster. Im Brief schreibt man einen Reim und fordert den Empfänger auf, zu raten, wer ihm den Gruß geschickt hat. Der Name des Absenders wird in Punkten dargestellt. Findet der Empfänger des Briefes den Namen nicht heraus, ist er ein "gæk" - ein Narr. Errät er den Namen, ist der Absender ein "gæk". Der "gæk" muss dafür büßen und traditionell gibt es hierfür drei Varianten: Entweder muss er eine Party schmeißen, dem Absender einen Kuss geben oder ein Ei schenken.

4. An Sankt Hans eine Hexe verbrennen

Am 23. Juni wird in ganz Dänemark die Sonnenwende, der Sankt-Hans-Aften, gefeiert. Die Stimmung ist unvergleichlich: Die ganze dänische Küste erstrahlt von den vielen Feuern („Sankt-Hans-bål“), wir singen Lieder wie "Midsommervisen" von Holger Drachmann, hören die Live-Band, die bei vielen Veranstaltungen spielt, und gönnen uns Snacks und Getränke. Und das klingt alles schön, oder? Wo kommt also die brennende Hexe ins Bild?

Die Feuer sind eine Art Scheiterhaufen, denn an diesem Abend werden die Hexen mitsamt ihrem Besen nach Bloksbjerg im Harz geschickt. Lassen Sie uns aber schnell klarstellen, dass es sich um eine Puppe handelt, nicht um eine echte Hexe (wir sind nicht mehr ganz so ​​verrückt!). Im Mittelalter wurden dadurch die Hexen abgewehr. Aber seien wir ehrlich: Das Verbrennen einer Hexe am Sankt Hans-Abend ist eine dieser seltsamen Traditionen, die nur für Dänen wirklich Sinn machen...

Ansonsten sind Sankt Hans-Feiern in Dänemark immer ein Erlebnis – für Dänen und Urlauber gleichermaßen!

5. Die Juni-Woche, in der alle Dänen Abiturienten sein möchten

Wenn Sie sich in der letzten Juniwoche in Dänemark befinden, werden Sie höchstwahrscheinlich auf eine Gruppe von Teenagern treffen, die unsere legendäre Studentenmütze tragen. Diese Teenager haben gerade das Gymnasium abgeschlossen und für die folgende Woche werden sie die weißen Kappen überall tragen, wo sie hingehen. Es gibt viele verschiedene Regeln, was in die Kappen geschrieben und geschnitten wird - wenn Sie einen der Absolventen oder Absolventinnen danach fragen, sind die normalerweise mehr als bereit, sie Ihnen alles zu erklären!

Eine der traditionellsten Arten, den Schulabschluss zu feiern, ist kaum zu übersehen: Am letzten Juniwochenende sind die Straßen mit großen, dekorierten Lastwagen gefüllt, in denen die Abschlussklassen gemeinsam feiern und dabei bei jedem Haus ihrer Klassenkameraden vorbeischauen, um dort etwas zu essen und zu trinken.

6. J-dag - oder: Der Beginn der Weihnachtszeit in Dänemark

"J-Dag" ist eine Abkürzung für "julebrygsdag", also wörtlich übersetzt "Weihnachtsbiertag". J-dag wurde 1990 von der dänischen Brauerei Tuborg eingeführt, um das Weihnachtsbier des Jahres auf den Markt zu bringen. Seitdem ist es eine dänische Tradition, die mehr oder weniger die Weihnachtszeit in Dänemark einleitet.

Der J-dag fällt jedes Jahr auf den ersten Freitag im November und beginnt genau um 20.59 Uhr. Im Laufe der Zeit hat sich der J-dag zu einer dänischen Weihnachtstradition entwickelt, die in Bars und Pubs im ganzen Land gefeiert wird. Nehmen Sie an Feierlichkeiten teil, wenn Sie zu der Zeit in Dänemark sind, aber denken Sie daran, dass die Weihnachtsbiere einen höheren Alkoholgehalt haben als ein normales Pils!

7. Mortensaften - der Abend, an dem alle Dänen Gans essen

Am 10. November feiern wir in Dänemark "Mortensaften", indem wir uns ein köstliches Abendessen mit Gänsebraten, Kartoffeln und Soße gönnen - ähnlich wie in anderen europäischen Ländern.

Der dänische Brauch des Martinsgansessens - der Anfang des 17. Jahrhunderts nach Dänemark kam - leitet sich vom heiligen Martin ab, der sich in einer Herde Gänse versteckte, um nicht zum Bischof ernannt zu werden. Da die Gänse ihn jedoch verrieten und wegflogen, rächte Martin sich, indem er behauptete, dass jede Familie am Sankt-Martins-Tag eine Gans essen sollte. Heute wird der Gänsebraten in Dänemark oft auch durch anderes Geflügel ersetzt, wie etwa Ente.

8. Weihnachten in Dänemark

Im Dezember sind die Tage in Dänemark am kürzesten und dunkelsten. Daher haben die Festivitäten in der Winterzeit einen besonderen Platz in der dänischen Kultur - auch für unsere Wikinger-Vorfahren. Die versammelten sich Mitte Januar zu einer großen Party, aßen viel Schweinefleisch, tranken Bier und tauschten Geschenke aus. Kommt Ihnen das bekannt vor? Genau, das klingt doch wie ein typisch dänisches Weihnachtsfest - nur die braunen Kartoffeln und der Schnaps fehlten damals.

Wussten Sie, dass das dänische Wort für Weihnachten - "Jul" - tatsächlich auf unsere Vorfahren der Wikinger zurückgeht, die Mitte Januar Jól oder Yule feierten?

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Foto: Paul Hanaoka / Unsplash

9. Der Grund, warum Dänen nicht Single sein wollen, wenn sie 25 Jahre alt werden

Einer der extremen Streiche in Dänemark: Wenn wir an unserem 25. Geburtstag Single sind, werden wir von unseren Freunden auf die Straße gelockt und mit Zimt bedeckt. Und wir können die gleiche Behandlung erwarten, wenn wir zum 30. Lebensjahr noch ledig und unverheiratet sind - dann wird der Zimt durch schwarzen Pfeffer ersetzt... 

10. Dänische Hochzeitstraditionen

All you need is love! Dies gilt insbesondere dann, wenn wir an Hochzeiten teilnehmen. Während der ganzen Party wird viel geküsst - und das nicht nur zwischen dem glücklichen Paar. Wir haben in Dänemark eine ziemlich skurrile Hochzeitstradition: Wenn der Bräutigam den Empfangsraum verlässt, beeilen sich die männlichen Gäste, um die Braut zu küssen - und umgekehrt! (Die weiblichen Gäste neigen sogar dazu, ihren Lippenstift aufzufrischen, bevor sie den Bräutigam küssen... 👄)

11. Dänische Geburtstagstraditionen - Tillykke med fødselsdagen!

Ein normaler Geburtstag in Dänemark wird natürlich mit Kuchen und Gesang begleitet. Ob in der Schule oder bei der Arbeit, es ist Tradition, dass das Geburtstagskind selbst Süßigkeiten oder Kuchen mitbringt. Für die jüngeren Geburtstagskinder in Dänemark handelt es sich beim Geburtstagskuchen wahrscheinlich um einen sogenannten "Kagemand", ein mit Süßigkeiten dekorierter Kuchen in Form einer Person. Bei vielen Kindergeburtstagen ist es Tradition, dass alle Gäste schreien, während das Geburtstagskind den Kuchen "köpft". (Wir haben bereits erwähnt, dass dänische Traditionen echt skurril sind, oder?)

Wenn Sie bereits etwas älter sind und in einem Büro arbeiten, können Sie damit rechnen, an einem mit dänischen Flaggen geschmückten Schreibtisch anzukommen. Ein Geburtstag ist in Dänemark nämlich eine gute Ausrede, um den rot-weißen Dannebrog herauszuholen! 

Auch Geburtstagslieder sind in Dänemark ein wahrer Genuss - neben dem internationalen Standardlied „Happy Birthday“ gibt es zwei typisch dänische Lieder, die sehr beliebt sind. Für das eine Lied wählt das Geburtstagskind mehrere Musikinstrumente, die die Sänger dann in den Strophen nachahmen müssen (die dänische Band Lukas Graham zeigt hier wie sich das anhört). Das andere Geburtstagslied feiert die Freude an Schokolade und Kuchen mit vielen Hurrahs! Sogar zum 80. Geburtstag von Königin Margrethe sangen ihr zahlreiche Dänen dieses typisch dänische Geburtstagslied - hören Sie es sich hier an.