Hygge in Frederiksberg Gardens

Besondere dänische Festivitäten und Traditionen

In Dänemark ist so manches anders, als zu Hause: Hier heißt Mittsommer Sankt Hans, Fasching Fastelavn, an Ostern werden Rätselbriefe verschickt und was haben die Wikinger mit Weihnachten zu tun? Hier erfahren Sie alles über die ganz besonderen dänischen Festivitäten und Traditionen.

Sankt Hans

Am 23. Juni wird in ganz Dänemark die Sonnenwende, der Sankt-Hans-Aften, gefeiert. Die Stimmung ist unvergleichlich, die ganze dänische Küste erstrahlt von den vielen Feuern, den „Sankt-Hans-bål“. Man kann sie auch „Scheiterhaufen“ nennen, denn an diesem Abend werden die Hexen mitsamt ihrem Besen nach Bloksbjerg (dem Brocken) im Harz geschickt - Grüße der anderen Art aus Dänemark. 

Die meisten Feiern fangen um 20 Uhr an. Die Teilnahme ist kostenlos und immer ein Erlebnis – für Dänen und Urlauber. 

Hier finden Sie eine Liste der Mittsommerfeiern

„Fastelavn er mit navn“ - Fasching heißt auf Dänisch fastelavn

Viele Traditionen kennen Sie aus Deutschland, aber ein paar sind auch sehr dänisch - ein wenig brutal und auch sehr lecker.

"Slå katten af tønden": Katzenschlagen

Dieser Brauch ist genauso grausam, wie er  sich anhört - aber keine Sorge, heute wird das so nicht mehr gemacht: In einem Holzfass steckte eine lebendige Katze, am besten schwarz, denn sie symbolisierte das Böse, die dunklen Kräfte. Man schlug nun auf die Tonne ein, bis sie zerbrach und die Katze aus der Stadt gejagt werden konnte.

Heute ist auf der Tonne nur noch eine Katze aufgemalt. Im Fass selbst sind meist Süßigkeiten. Abwechselnd dürfen die Kinder auf die Tonne schlagen und derjenige, der das letzte Holzbrett abschlägt, wird zum Katzenkönig/-königin gekürt.

"Fastelavnsriset": Zweigbündel mit Süßigkeiten

An Fastelavn und in den Wochen davor isst man „fastelavnsboller" (Faschingsbrötchen), das typische Blätterteiggebäck mit verschiedenen Füllungen und bunter Glasur. 

Karneval zu Pfingsten
Karneval mit Umzügen und Festivals feiert Dänemark erst zu Pfingsten! In Aalborg und in Kopenhagen sind dann die Narren los!

Weihnachten - Jul


Mitte Januar feierten die Wikinger Jól oder Yule. Yule ist das, was sich später zum heutigen Weihnachten entwickelt hat, obwohl die Dänen es immer noch "Jul" nennen. Die Wikinger versammelten sich zu einer großen Party, aßen viel Schweinefleisch, tranken Bier und tauschten Geschenke aus. Kommt Ihnen das bekannt vor? Genau, das klingt doch genauso, wie ein typisch dänisches Weihnachtsfest - nur die braunen Kartoffeln und der Schnaps fehlen. 

Mit der Taufe der Wikinger veränderte sich die Feier und wurde zu unserem heutigen Weihnachten umfunktioniert. Die Christen versuchten, den Namen ähnlich zu dem von "Weihnachten" zu ändern, aber das Wort konnte nicht geändert werden. Dasselbe gilt für die Liebe zum Schweinefleisch, das bis heute an vielen Weihnachtstischen in Dänemark serviert wird - natürlich zusammen mit einem guten Bier. 

 

Gækkebrev - Das macht man an Ostern in Dänemark

In Dänemark bastelt man zu Ostern sehr gerne. Eine rein dänische Tradition sind die „gækkebreve". Dies sind Briefe bzw. Papierseiten, die die zusammengefaltet und kunstvoll eingeschnitten werden. Sie sind sehr individuell, vielfältig und haben unterschiedlichste Muster. Im Brief schreibt man einen Reim und fordert den Empfänger auf, zu raten, wer ihm den Gruß geschickt hat. Der Name des Absenders wird in Punkten dargestellt. Findet der Empfänger des Briefes den Namen nicht heraus, ist er ein "gæk", ein Narr. Errät er den Namen, ist der Absender ein "gæk". Der "gæk" muss dafür büßen und traditionell gibt es hierfür drei Varianten: entweder muss er eine Party geben, dem Absender einen Kuss geben oder ein Ei schenken.