Marie Kølbæk Iversen: Tiden og Stunden
Während der dunklen Herbst- und Wintermonate präsentiert SMK Thy eine neue Version des Videokunstwerks Zeit und Stunde der Künstlerin Marie Kølbæk Iversen.

Während der dunklen Herbst- und Wintermonate präsentiert SMK Thy eine neue Version des Videokunstwerks Zeit und Stunde der Künstlerin Marie Kølbæk Iversen.
Das Werk zeigt den aktuellen Zustand der örtlichen Gewässer mit Unterwasseraufnahmen aus der Nordsee und dem Limfjord. Von 17.15 - 21.30 wird das Werk auf die großen Glasfassaden des Pakhuset projiziert und lässt das Museumsgebäude nachts fast wie ein großes freistehendes Aquarium erscheinen.
Der Titel Zeit und Stunde stammt aus einer Volkssage aus dem 18. Jahrhundert, die von der systematischen Entwässerung und Kultivierung von Heide und Wiesen handelt. Der Sage zufolge engagierte eine Dorfgemeinschaft unwissentlich das mythische Wesen Nøkken – im Westjütland Hr. Nek genannt – um ihre Felder zu entwässern. Er grub jedoch nicht wie vereinbart Wasserläufe, sondern zog nur seine Schaufel hinter sich her, woraufhin die Bevölkerung sich weigerte, ihn zu bezahlen. Hr. Nek antwortete, dass er stattdessen ein Menschenleben pro Jahr als Bezahlung fordern würde. Von da an sollte man laut Sage vorsichtig sein, sich dem Bach zu nähern, wenn noch niemand in dem Jahr ertrunken war. Plötzlich könnte Hr. Nek aus dem Wasser rufen: „Die Zeit und die Stunde sind gekommen, aber der Mensch ist noch nicht gekommen.“ Dies würde die nächste Person veranlassen, sich in den Tod ins Wasser zu stürzen.
Das Videowerk dokumentiert die küstennahe Meeresumwelt an verschiedenen Orten in Thy, und Marie Kølbæk Iversen verwendet die Aussage des Nøkken als Kommentar zum Zustand der Dinge.
„Die Zeit und die Stunde sind tatsächlich für den Menschen gekommen, etwas gegen seine Emissionen von Kohlenstoff und Giftstoffen zu unternehmen, aber der Mensch selbst scheint diese Erkenntnis noch nicht gewonnen zu haben“, sagt Marie Kølbæk Iversen.
Das Werk kann kostenlos von 17.15 - 21.30 im Innenhof vor dem Pakhuset erlebt werden.
Idee, Konzept und Schnitt: Marie Kølbæk Iversen
Kinematografie: Martin Busborg, 2025
Frühere Versionen des Werks wurden in der Kunsthal Aarhus im Rahmen der Einzelausstellung New Atlantics (2025) von Marie Kølbæk Iversen gezeigt, mit Aufnahmen aus dem Aarhusbugt und Kalø Vig, sowie in der interdisziplinären Oper HOLO (Hologram) (2024) der Komponistin Katinka Fogh Vindelev für das Randers Kammerorchester mit Aufnahmen aus dem Randers Fjord.
Biografie
Marie Kølbæk Iversen (Jg. 1981) lebt und arbeitet in Kopenhagen und Klitmøller. Sie absolvierte 2008 die Königlich Dänische Kunstakademie und promovierte praxisorientiert an der Kunstakademie Oslo und der Universität Aarhus. Im April 2023 erhielt sie ein Postdoc-Stipendium der Novo Nordisk Stiftung mit dem Forschungsprojekt Commons Futurism | Futurities of the Commons, das am SMK Thy angesiedelt ist und bis 2026 läuft. Marie Kølbæk Iversen ist in mehreren öffentlichen Kunstsammlungen vertreten und hat breit in Dänemark und international ausgestellt.
Kontaktinformationen
- Email: smk@smk.dk
- Phone: 33748494
Route anzeigen
Lille Fjordstræde 7
Doverodde
7760 Hurup Thy
Zuletzt aktualisiert von::VisitNordvestkysten, Thyinfo@visitnordvestkysten.dk