Mågeøerne - Die Möweninseln
Direkt vor Bogense liegen die Möweninseln – kleine, flache Inseln, die das Meer selbst mitgeformt hat. Hier leben das ganze Jahr über zahlreiche Vögel, und vom Deich an der Küste kannst du das Treiben auf den Inseln mit einem Fernglas beobachten.

Die Möweninseln – Vogelleben direkt vor Bogense
Die Möweninseln liegen im Kattegat nordöstlich von Bogense, nur etwa 300 bis 1.000 Meter von der Küste entfernt. Aus geologischer Sicht sind die Inseln noch recht jung. Auf Karten aus der Zeit vor dem Ende des 19. Jahrhunderts sind sie noch nicht zu finden. Nach und nach entstanden sie im flachen Wasser.
Sand, Kies und kleine Steine werden durch Wellen und Strömung entlang der nordfünischen Küste transportiert. Dort, wo das Wasser ruhig und flach ist, lagert sich das Material ab. Zusammen mit Muschelbänken sind so im Laufe der Zeit die kleinen Inseln entstanden, deren Form sich bis heute verändert. Wind, Wellen, Hochwasser und Sturmfluten bewegen den Sand ständig weiter.
Heute sind die Möweninseln etwa drei Hektar groß und ragen an ihrer höchsten Stelle nur ungefähr einen Meter aus dem Meer. Hier wachsen salzverträgliche Pflanzen wie Strandhafer, Strand-Wermut, Strand-Melde und Queller.
Möwen, Kormorane und Küstenseeschwalben
Der Name Möweninseln passt gut. Mehrere Möwenarten brüten hier, und auch Eiderenten, Austernfischer, Regenpfeifer, Graugänse und Höckerschwäne nutzen die Inseln als Brutplatz.
Besonders bekannt sind die Möweninseln für ihre große Kormorankolonie. Anfang der 1980er-Jahre begannen Kormorane hier zu brüten. Die Möweninseln waren der erste Ort in Dänemark, an dem Kormorane direkt am Boden brüteten. Die Kolonie wuchs stark und erreichte zeitweise fast 2.000 Brutpaare.
Im Frühjahr kommen auch die Küstenseeschwalben nach ihrer beeindruckenden Reise aus den Meeresgebieten rund um die Antarktis zurück. Im flachen Wasser rund um die Inseln jagen sie nach kleinen Fischen und Garnelen und brüten hier, bevor sie am Ende des Sommers wieder Richtung Süden ziehen.
Im Winter kommen andere Vogelarten hinzu. Mit etwas Glück kannst du unter anderem die seltene hellbäuchige Ringelgans beobachten, die später weiter zu ihren Brutgebieten in der Arktis zieht.
Vögel vom Deich aus beobachten
Vom 1. März bis 31. August gilt auf den Möweninseln ein Betretungsverbot, damit die Brutvögel ungestört bleiben. In dieser Zeit kannst du die Inseln also am besten aus der Entfernung genießen.
Vom Deich an der Stegøvej östlich von Bogense hast du gute Möglichkeiten, die Vögel zu beobachten, ohne sie zu stören. Nimm am besten ein Fernglas mit – besonders im Frühjahr und Herbst, wenn viele Zugvögel im flachen Wasser zwischen Küste und Inseln nach Nahrung suchen.
Ein Spaziergang von Bogense hinaus auf den Deich in Richtung Stegø lohnt sich deshalb zu jeder Jahreszeit.
Angeln bei den Möweninseln
Wenn die Brutzeit vorbei ist, kannst du wieder näher an die Inseln herankommen. Vom 1. September bis Ende Februar ist das Angeln rund um die Möweninseln möglich.
Das Wasser ist flach, und die Inseln können zu Fuß durch das Wasser erreicht werden. Achte dabei unbedingt auf Wasserstand, Wetter und Strömung. Du kannst auch mit dem Kajak hinausfahren. Die Fische ziehen durch das Gebiet, deshalb lohnt es sich, nach den Schwärmen zu suchen, anstatt lange an derselben Stelle zu bleiben.
Gut zu wissen über die Möweninseln
- Entfernung von der Küste: ca. 300–1.000 Meter
- Größe: ca. 3 Hektar
- Höhe: höchstens ca. 1 Meter über dem Meeresspiegel
- Betretungsverbot: 1. März bis 31. August
- Angeln bei den Inseln: 1. September bis Ende Februar
- Vogelwelt: unter anderem Kormorane, Möwen, Küstenseeschwalben, Eiderenten und Austernfischer
- Guter Aussichtspunkt: der Deich an der Stegøvej
- Tipp: Mit einem Fernglas lässt sich die Vogelwelt von Land aus viel besser beobachten
Lag hier vielleicht die Tågegade?
Auch in alten Erzählungen aus der Gegend spielen die Möweninseln eine Rolle. Eine Sage berichtet von der Tågegade (Nebelstraße), einer langgestreckten Untiefe im Meer nördlich von Bogense. Wenn Seeleute bei ruhigem, nebligem Wetter über die Stelle fuhren, glaubten sie, auf dem Meeresgrund Hausdächer erkennen zu können. Hier sollen der Meermann und seine Meerjungfrauen gelebt haben.
Ob diese Sage tatsächlich etwas mit den Möweninseln zu tun hat, weiß niemand. Aber die Geschichte passt gut zu einem Ort, an dem nach und nach neues Land aus dem Meer aufgetaucht ist.
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