Der Wikingerkamm aus Astrup Mose
Ein verzierter Kamm aus dem Astrup Mose (Astrup-Moor) gibt einen anschaulichen Einblick in den Alltag der Wikingerzeit. Der Kamm wurde 1918 beim Torfstechen gefunden und erzählt von Körperpflege, spezialisiertem Handwerk und den Materialien, die vor mehr als 1.000 Jahren verwendet wurden.


Ein Kamm aus dem 10. Jahrhundert
Der Kamm wurde im Astrup Mose nordöstlich von Odense gefunden und stammt aus dem 10. Jahrhundert. Er besteht aus mehreren Schichten Knochen oder Geweih, die ursprünglich mit kleinen Metallnieten zusammengehalten wurden. Die Zinken wurden sorgfältig ausgesägt, und der Griff ist mit eingeritzten Mustern verziert.
Ähnliche Funde aus Odense zeigen, dass die Herstellung von Kämmen ein spezialisiertes Handwerk war. Kammmacher arbeiteten unter anderem mit Geweih, und einige der Rohmaterialien könnten von weit außerhalb Fünens gekommen sein.
Ein Gegenstand aus dem Alltag
Kämme waren praktische Hilfsmittel zur Pflege von Haar und Bart. Die sorgfältige Verarbeitung zeigt aber auch, dass das äußere Erscheinungsbild in der Wikingerzeit eine Rolle spielte. Figuren und andere archäologische Funde aus dieser Zeit zeigen Menschen mit frisiertem und gepflegtem Haar.
Der Kamm aus dem Astrup Mose vermittelt daher einen seltenen Einblick in einen ganz gewöhnlichen Teil des Lebens vor mehr als 1.000 Jahren – jenseits der bekannten Geschichten von Königen, Kriegern und großen Burgen.
Beim Torfstechen entdeckt
Der Kamm kam 1918 beim Torfstechen im Astrup Mose zum Vorschein. Er wurde gerettet, bevor er zusammen mit dem Torf als Brennmaterial verwendet wurde.
Wie der Kamm in das Moor gelangte, wissen wir nicht. Der Fund zeigt jedoch, dass auch außerhalb der frühen Stadt Menschen lebten und sich durch die Gegend bewegten. Forscher haben darauf hingewiesen, dass der Kamm möglicherweise mit einer wikingerzeitlichen Siedlung im Gebiet um Astrup in Verbindung steht.
Heute kannst du den Kamm im TID – Museum for Odense sehen.
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