Eine Fahrradtour auf der Insel Læsø

Mit ihren kleinen Wegen, zahlreichen Fahrradwegen und der herrlichen, hügellosen Landschaft ist die 118 km2 große Insel Læsø für Fahrradtouren wie geschaffen. Die vorgeschlagene Route mit einer Länge von 54 km lässt sich nach Belieben einteilen. Nach einer erlebnisreichen 90-minütigen Überfahrt mit der Fähre von Frederikshavn landet man im Hafen von Vesterø mit seinen rot bemalten Fischer- und Holzhäusern. Aber so war es nicht immer. Bevor der Hafen im Jahr 1872 angelegt wurde, musste man so weit wie möglich auf den Strand zufahren und das letzte Stück an Land waten. Im Hafen befindet sich auch der schöne Fischkutter FN162 „Ellen", ein Museumskutter, von dem aus mit Waden gefischt wurde und der heute zum Læsø Museum gehört.

Vom Hafen Vesterø Havn zum Feuchtgebiet Rønnerne

Auf der Straße Strandvejen kommt man an der Kirche Søndre Kirke mit ihren einzigartigen Fresken aus der Zeit um 1510 vorbei, die die Heiligen Drei Könige darstellen sollen. Weiter geht es in Richtung Rønnerne und zur Salzsiederei Læsø Saltsyderi. Hierbei handelt es sich um die Rekonstruktion einer der Anlagen, die fünfhundert Jahre lang die Haupteinnahmequelle der Inselbewohner darstellten. In der Schauwerkstatt, in der wie zur Zeit des Mittelalters gearbeitet wird, kann man über die Salzgewinnung staunen. Rønnerne heißt ein Wattgebiet mit etlichen Inseln. Da der Artenreichtum an Vögeln hier ungewöhnlich groß ist, sollte man das Fernglas nicht vergessen.

Von Rønnerne über Byrum zum Danzigmann

Von Byrum geht es weiter zum Museumsgården, einem alten Hof mit tanggedeckten Gebäuden auf Læsø, der heute ein Freilichtmuseum beherbergt. Weiter geht es zur Kirche Østerby Kirke, wo man die herrliche Aussicht über Bovet bestaunen kann, eine große Bucht, die die südöstliche Küstenlinie von Læsø bildet. Der schmale Streifen Strandwiese geht über in das Wattgebiet, das sich bis weit ins Meer erstreckt. Im Sommer können große Bereiche von Bovet trocken fallen. An klaren Tagen werden Steine und Inselchen durch Luftspiegelungen „angehoben" und sehen dann so aus, als schwebten sie über dem Meer. Die hier liegenden Steine sind eine Hinterlassenschaft der letzten Eiszeit. Weiter geht die Tour in Richtung Danzigmann. Diese Bezeichnung stammt aus der Zeit der Segelschiffe. Im Jahre 1741 strandete hier ein Schiff aus Danzig und die Inselbewohner nannten das „Dantziger Manden". An den herrlichen Badestränden kann man mit etwas Glück Bernstein finden. Wenn man mit dem Fernrohr in westliche Richtung zu den hohen Dünen hinüberschaut, kann man Seehunde auf den Steinen des Riffs Sælhunderevet sehen.

Von Danzigmann zum Hafen Østerby Havn

Jetzt geht es zurück in Richtung Østerby und weiter zum dortigen Hafen, wo sich der Betrieb Læsø Fiskeindustri befindet. Hier wird alles aufgekauft, was an Fisch und Kaiserhummern angelandet wird. Die Hummer werden gesäubert, sortiert, verpackt und insbesondere nach Südeuropa verkauft. Der Fisch wird zum Festland transportiert oder am Hafen bei Thorsen Fisk verkauft. Die 1871 errichtete Rettungsstation, die erste ihrer Art auf Læsø, ist mit Booten und einem Raketenwerfer ausgestattet.

Vom Hafen Østerby zum Hafen Vesterø
Der Weg zum Hafen in Vesterø führt am Golfplatz Læsø Seaside Golfbane vorbei zum verhältnismäßig „jungen" Dünengehölz Læsø Klitplantage. In den 30-er Jahren des 20. Jh. begann man hier, große Flächen mit Waldkiefern und Sitkafichten aufzuforsten. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es auf der Insel Læsø viele hundert Jahre lang keinerlei Bäume, da man das gesamte Holz zur Salzherstellung verw-endet hatte. Auf der Straße Storedalsvej, in einem alten Geräteschuppen, befindet sich Bihuset, wo man sich anhand von Schautafeln über die wunderbare Welt der Bienen informieren kann. In Beobachtungsaufbauten kann man zusehen, wie die braunen Bienen ihre Larven füttern, Honig machen, tanzen usw. Wenn der Wind aus westlichen Richtungen weht, bieten die Bäume dem Radfahrer einen guten Windschutz, und mit etwas Glück kann man unterwegs ein Reh erspähen. Von der Straße Plantagevej aus empfiehlt sich ein Abstecher zum Feuchtgebiet Holtemmen, wo viele interessante und seltene Pflanzen zu finden sind. Wieder im Hafen von Vesterø angekommen, kann man sich auf der Anhöhe Havnebakken mit einem leckeren Eis ausruhen, bevor man mit der Fähre zum Festland zurückkehrt.