Turteltauben aufgepasst! Heiraten in Dänemark

Foto: Niclas Jessen

Geben Sie Ihrer oder Ihrem Liebsten das Ja-Wort an der Dänischen Nordsee oder Ostsee! Dänemark ist nämlich ein wunderbarer Ort für Heiratswillige: Neben einer traumhaften Kulisse bedeutet das Heiraten in Dänemark weniger Bürokratie und Organisationsstress für das Brautpaar als anderswo...

Wo möchten Sie in Dänemark heiraten?

Wie wäre es mit der romantischen Heiratsinsel schlechthin - Ærø? Die Insel mit den kleinen bunten Häuschen und den verträumten Dörfern liegt an der Dänischen Südsee bei Fünen und lockt durch seine einmalige Lage und Schönheit viele hochzeitswillige Paare an.

Oder doch lieber näher an zu Hause? Direkt hinter der deutsch-dänischen Grenze befindet sich die Gemeinde Tønder. Hier bieten die historische Stadt Tønder oder das idyllische Dorf Højer eine wunderbare Hochzeitskulisse. Am Strand von Rømø können Sie traumhafte Hochzeitsfotos machen und die unendliche Weite genießen.

Auch Sønderborg ist ein beliebter Heiratsort: Es liegt grenznah und besticht durch eine wunderbare Küste, dichte Wälder und traumhafte Schlösser.

Oder beginnen Sie Ihre Zukunftin der ältesten Stadt Dänemarks, in Ribe: Hier können Sie auf einer Wiese, in der Kapelle, auf der Brücke, im Hinterhof der St. Katharina´s Kirche im alten Rathaus oder auf dem Meer getraut werden.

Direkt am Rande des Ozeans, an der Klippe der Steilküste von Stevns Klint, liegt die alte Højerup Kirche: Hier können Sie eine zivile Trauungszeremonie in der Kirche haben – dies ist einzigartig in Dänemark.

Egal, wo in Dänemark Sie sich trauen den Bund fürs Leben einzugehen: Dänemark bietet den richtigen Rahmen für jede Hochzeit. 

Foto: Niclas Jessen

Praktische Informationen

Standesamtliche Trauung in Dänemark

Eine standesamtliche Trauung in Dänemark muss nicht unbedingt im Rathaus stattfinden: Es gibt mehrere Standesämter außerhalb des Rathauses, die eine Trauung vollziehen können.

 

Für eine standesamtliche Trauung in Dänemark müssen aber natürlich auch einige Kriterien erfüllt werden: Jeder Partner muss volljährig bzw. 18 Jahre alt sein und es besteht eine Trauzeugenpflicht. Trauzeugen werden bei vielen Standesämtern zur Verfügung gestellt, sollte das Brautpaar keine eigenen Trauzeugen mitbringen.

Seit 2012 ist es in Dänemark auch für gleichgeschlechtliche Paare möglich, eine Ehe zu schließen und auch für bi-nationale und ausländische Paare ist eine Hochzeit in Dänemark mit einer sehr unbürokratischen und schnellen Vorbereitung möglich. Dies ermöglicht auch eine Blitzhochzeit für die, die Eile haben.     

 

Wollen Sie in einer  Kirche heiraten wollen,  muss einer der Partner Mitglied der dänischen Kirche sein. Eine Ausnahmen bildet die Kirche bei Stevns Klint: Dies ist die einzige Kirche in Dänemark, in der  Sie eine standesamtliche Trauung in einer Kirche haben können – egal welcher Religion, Sexualität oder Nationalität Sie angehören.

 

Welche Dokumente benötigen Sie?

In Dänemark werden weniger Dokumente benötigt und die Bearbeitungszeit ist sehr viel kürzer als in Deutschland. In Dänemark geschlossene Ehen werden auch in Deutschland anerkannt.

Was die einzureichenden Dokumente betrifft, müssen in jedem Fall muss einen gültigen Reisepass oder Ausweis vorliegen und eine Familienstandsbescheinigung (darf nicht älter als 4 Monate sein)  aus dem Land (oder den Ländern) in denen das Brautpaar im heiratsfähigen Alter gewohnt hat. Zusätzlich muss eine Eheerklärung ausgefüllt werden.

Für Nicht-EU Bürger müssen weitere Dokumente eingereicht werden, ebenso falls einer der Partner geschieden bzw. verwitwet ist. Die Standesämter dürfen individuelle Anforderungen stellen, daher setzen Sie sich am besten direkt in Kontakt mit dem betreffenden Standesamt.

Wünschen Sie einen Namensänderung, können Sie eine Namenserklärung vor der Hochzeit ausfüllen.

 

Alle Dokumente müssen vor der Trauung zum betreffenden Standesamt zur Prüfung geschickt werden. Die Bearbeitungszeit unterscheidet sich je nach Standesamt, dauert aber in der Regeln zwei bis vier Wochen. Für die Sachbearbeitung ist eine kleinere Gebühr zu zahlen. Hierzu gilt auch dass einige Standesämter Mindestaufenthalt anfordern. Das heißt, dass das Brautpaar Beispielsweise zwei Tage vor der Trauung vor Ort sein muss.

Mehrere Agenturen haben sich darauf spezialisiert, ausländische und binationale Paare beim Heiraten in Dänemark zu unterstützen. Wer sich also nicht selber um die ganze Vorbereitung kümmern will, kann sich an eine Hochzeitsagentur wenden.    

Foto: Niclas Jessen

Dänische Hochzeits-Traditionen

Wenn man schon in Dänemark heiratet, warum nicht auch gleich ein paar dänische Traditionen mit aufnehmen? Neben viel Essen und viel Schnaps gibt es in Dänemark auch einige besondere Bräuche, die der Hochzeit den gewissen dänischen Touch geben.

Flaggen
Wie zu jeder Feierlichkeit in Dänemark dürfen die rot-weißen Flaggen auch nicht am Hochzeitstag fehlen – man finden sie als Tischdekoration, auf der Hochzeitstorte und am Eingang. Zu den (sehr vielen) Reden werden die Flaggen geschwungen und geschwenkt und später können sie als Tanz-Accessoire genutzt werden.

Reden und Gesang
Es werden Reden gehalten. Sehr viele Reden. Ungemein viel Reden. Von Familienmitgliedern, Freunden, Kollegen und entfernten Bekannten – der Däne an sich hält einfach gerne Reden! Oftmals werden diese auch in Liedform vorgetragen und bekannte dänische Schlager werden so umgedichtet, dass alle Leute mitsingen können. Und dazu werden – natürlich – die Fahnen geschwungen.

Brautwalzer

Der Brautwalzer ist auch in Dänemark der Höhepunkt der Feierlichkeiten und muss vor Mitternacht stattfinden. Während das Paar tanzt bilden alle Gäste einen Kreis um das Paar und kommen langsam Schritt für Schritt immer näher, bis sich das Brautpaar in der Mitte einer großen Gruppenumarmung wiederfindet.
Sobald der Tanz zu Ende ist, wird der Bräutigam von seinen Freunden in die Höhe gehoben und seine Schuhe werden ausgezogen: Dann wird die Spitze seiner Socken und die Krawatte abgeschnitten. Warum? Einerseits symbolisiert dies den ersten Härtetest für die Ehefrau, da sie – als gute Hausfrau – die Socken stopfen und die Krawatte nähen muss (dieser Ansatz erscheint heute doch etwas antiquiert, wahrscheinlich muss der Bräutigam selbst zu Nadel und Faden greifen). Andererseits wird gesagt, dass damit der Mann unattraktiv für alle anderen Frauen ist. Wer will schon einen Mann mit Löchern in den Socken und einer halben Krawatte?

Küsse Küsse Küsse
Wenn Sie als Gast auf einer Hochzeit sind und das Brautpaar ein wenig ärgern bzw. auf Trab halten wollen, dann trommeln Sie mit Messer und Gabel auf ihren Teller oder gegen das Wasserglas, oder stampfen Sie mit den Füßen auf: Das Brautpaar muss sich dann entweder am Platz, unter dem Tisch oder auf einem Stuhl stehend küssen. Das ist doch mal ein schöner Sport! 
Aber auch die Gäste dürfen küssen: Immer, wenn der Bräutigam oder die Braut den Raum verlassen, darf man sich einen Kuss von dem übriggebliebenen Partner stehlen.