Der Hafen in Ringkøbing

Die Mole und das alte Hafenbecken wurden 1904-05 angelegt, um Material für die Errichtung des Leuchtturms in Lyngvig (1906) zu verschiffen. Früher wurde regelmäßig das Fehlen einer Anlegebrücke beklagt, da die Schiffe im niedrigen Wasser ankern mussten. Das westliche Becken wurde 1928 vor der Öffnung der Schleuse in Hvide Sande angelegt. Von 1958 bis 1997 wurde dieser Teil durch die Nordseewerft beherrscht, ein großer, lebhafter Arbeitsplatz, der plötzlich schließen musste. Seither ist der größte Teil des Geländes vom Windkraftanlagenhersteller Vestas übernommen worden, der neue Verwaltungsgebäude und Produktionshallen errichtet hat. 

Das Wahrzeichen der Hafenfront ist das alte Zollamt von 1843. Aus der oberen Etage behielt man den Schiffsverkehr im Auge. Später war es Wohnhaus. Ab 1995 wurde es einige Jahre als Restaurant genutzt. Beachte die Treppe aus alten Grabsteinen aus dem 17.-18. Jh. Das rotgestrichene Speichergebäude auf dem Hafenplatz mit Flaggenmast und Ausguck wurde 1906 von Plesner entworfen, dort wird noch heute Hafenmaterial aufbewahrt.

Der alte Hafen wird von Fjordfischern und Freizeitseglern genutzt. Der Kran stammt aus Hvide Sande, wo er 1912-15 genutzt wurde, um die breite Mündung von 1908 mit Betonblöcken zu schließen. Der Hafenplatz erhielt nach dem Bau einer Gewerbeliegenschaft 2004, die nun den Platz dominiert, ein schönes neues Straßenpflaster. Östlich des alten Hafens liegen die Geräteschuppen der Fischer, eine malerische, gewachsene Bebauung mit dem Spitznahmen "Indianerlager". Ansonsten wird das Vorland der Altstadt vom Rathaus dominiert, 1970 von Fl. Bay-Jørgensen entworfen.