Das Märchen: “Der goldene Schuh”. Kapitel 2 Glud, Hjarnø und Snaptun

Ein Märchen über Trolle, Hexen und Ritter sowie die Dinge und Orte, die Sie in unseren vier abenteuerlichen Gegenden erleben können. 

Kapitel 2 - Glud, Hjarnø und Snaptun.

In Bjerre kamen sie an dem alten Gefängnis und einer Mühle mit roten Dachziegeln vorbei. Am Wegrand begegneten sie einer Hexe, die auf ihrem Spinnrad einen goldenen Faden spann. Ihre Finger bluteten, da sie den ganzen Tag ohne Wasser in der Spülschale gesponnen hatte. Mutter gab ihr ihr ganzes Wasser. Die Hexe gab der Mutter dankbar ein Stück des Goldfadens und sagte: „Ziehe den Faden auf jede Länge, die Du wünschst, oder lasse jedes Loch sich selbst damit stopfen“.

Sie zogen weiter und hielten an einem Traktormuseum mit einem riesigen weihnachtsbaumähnlichen Denkmal für Traktoren an, um nach dem Weg zu fragen. Der Besitzer erklärte ihnen den Weg zum nahegelegenen Ort Glud. An einer Kreuzung sahen sie eine altes Fachwerkgebäude mit roten und braunen Balken.
„Es ist ein Museum von 1912“, erklärte der Troll. „Der Gründer war sehr verrückt. Er hängte eine hölzerne Maske an die Außenwand, und wenn jemand vorbeikam, zog er an einer Schnur, woraufhin die Maske die Zunge herausstreckte“. Kichernd gingen sie weiter, und im Gasthof riet man ihnen, auf der Halbinsel Borre Knob zu suchen.

Während sie die Aussicht über den Horsens Fjord von der sandigen Spitze der Halbinsel Borre Knob aus genossen, rief Ella plötzlich: „Es regnet Sand!“ Sie schauten alle nach oben und sahen eine fliegende Hexe, deren Schürze voller Sand war. „Vorsicht!“ schrie der Troll, aber es war schon zu spät. Die Schürze zerriss, und Sand fiel vom Himmel und bedeckte sie alle. Der Troll schnappte nach Luft und sagte: „Ich habe davon gehört, dass eine Hexe die Ernte eines Bauern mit Sand zerstörte, weil sie wütend auf ihn war“. Benjamin antwortete lachend: „Sie muss ihre Schürze zu voll gemacht haben.“

„Macht Ihr Euch über mich lustig?“ fragte die Hexe von der anderen Seite des Sandhaufens aus, als sie alle wieder auf den Beinen waren. „Nein! Entschuldigung!“
Antwortete Benjamin mit zitternder Stimme. „Helft mir heraus!“ befahl die Hexe und sie rannten alle zu ihr, um ihr auf die Füße zu helfen. „Wie kann ich das wiedergutmachen?“ fragte die Hexe. „Kannst Du uns nach Hjarnø bringen?” fragte der Troll. Die Hexe schaute verdrossen auf ihre Schürze. Mutter erinnerte sich an den goldenen Faden und nahm ihn heraus und hielt ihn an die Schürze, die sich wie durch Zauber selbst flickte. „Schon erledigt“, sagte Mutter stolz. Die Hexe legte ihre riesige Schürze auf den Boden und alle stellten sich darauf.

Von der Schürze am Himmel aus schauten sie auf den zauberhaften Hafen von Snaptun hinab und sahen, wie die Fähre den Kai von Hjarnø verließ. Die Hexe setzte sie an der winzigen Kirche auf Hjarnø ab. Auf der Hauptstraße fragten sie beim Café in der alten Schmiede und am Zeltplatz nach dem goldenen Schuh, und man bot ihnen an, an der Traktorrundfahrt teilzunehmen - eine willkommene Erholung für ihre müden Füße. Sie hielten am Weingut an, wo sich die Einheimischen um ihre Trauben kümmerten und sie zu Wein verarbeiteten. Dann gingen sie zum Strand, wo sie seltsame ovale Steinansammlungen bemerkten. Der Trolle erklärte: „Wikinger wurden unter Steinformationen begraben, die die Form eines Schiffes haben. Man sagt dass der dänische König Hjarne hier begraben wurde und die Insel
ihren Namen von ihm hat.“
Nirgends war ein goldener Schuh zu sehen, daher kehrten sie mit der Fähre nach Snaptun zurück und setzten ihre Suche auf dem Küstenpfad fort, der bis nach Juelsminde führt.

Fortsetzung.....